Seit Mitte der siebziger Jahre, als sich meine Eltern einen (gebrauchten) S-100 kauften, beschäftige ich mich mit Autos der Marke SKODA. Auslöser war damals auch die tschechoslowakische Zeitschrift "Motor-Revue", die sehr viele Beiträge über aktuelle und vergangene Modelle aus den verschiedenen SKODA-Werken, über die Teilnahme von SKODA-Fahrzeugen an internationalen Motorsportveranstaltungen usw. brachte.

Zur damaligen Zeit war man ja aus verschiedenen Gründen "gezwungen", sich näher mit dem Fahrzeug zu beschäftigen: da gab es immer etwas zu reparieren, die Ventile einzustellen, Lackschäden zu retuschieren usw. usw.
Zum Glück gab es damals einige Quellen, aus denen man sich mit Informationen zur Technik usw. versorgen konnte: recht hilfreich war z.B. die Leserecke der Zeitschrift "Der Deutsche Straßenverkehr", die man Vater damals (uebrigens auch heute noch !) abonniert hatte. Außerdem existierten in verschiedene Auflagen Selbsthilfebücher, wo die verschiedenen Bau- und Funktionsgruppen des Fahrzeuges näher erläutert waren, deren Wartung man mit eigenen Mitteln bewerkstelligen konnte.
 
 

 
 
Im letzten Jahr besuchten wir im Rahmen einer Urlaubsreise in die Tschechische Republik das Museum der SKODA-Automobilwerke in Mlada Boleslav. Sehr empfehlenswert - nicht nur für Fans der Marke !
 
 

 

Ich selbst fahre derzeit meinen vierten SKODA, einen Octavia Combi 1.9 TDI Ambiente in "Atacama-beige-metallic".
 
 
 


 
 
 

Nach etwa einem halben Jahr Fahrpraxis habe ich für das Verbraucherportal Ciao.com einen Erfahrungsbericht geschrieben:

SKODA - die schöne Tochter von VW

Ein Erfahrungsbericht von Torsten Schlegel über Skoda Octavia Combi 1.9 TDI (11.07.2001)

Hubraum (ccm): 1896
Leistung (PS): 90
Höchstgeschw. (km/h): 178
Beschleunigung (0-100 km/h): 13,7
Angebote zu Skoda Octavia Combi 1.9 TDI

Seit Ende 2000, genauer gesagt: 22.Dezember 2000, also zwei Tage vor der eigentlichen Bescherung, ist das unser Auto: ein SKODA Octavia 1.9 TDI in Atacamabeige-metallic.

Angefangen hat alles 1991 mit dem von meinen Eltern "geerbten" S-105L, setzte sich 1995 mit einem Felicia GLXi fort, der 1997 in einen Octavia 1.6 GLX (Limousine) umgetauscht wurde und nun der 4. als Combi (und mit Sicherheit nicht der letzte...).

Was begeistert uns an diesem Auto? Beginnen wir - wie in unserer leider oft sehr auf Oberflächlichkeiten ausgerichteten Welt - mit dem Aussehen: hier haben sich die Designer beim Octavia Combi sehr viel Mühe gegeben. Hat schon die Limousine den spröden Charme kantiger "Ost-Autos" (wozu ich z.B. den SKODA Favorit zählen möchte, obwohl damals 1987 von Bertone - oder Pininfarina?- designt) lange hinter sich gelassen, so ist der Octavia Combi ein ausgezeichnet gestaltetes Auto, der von ganz Mutigen schon in die Klasse "Lifestyle-Kombi" eingestuft wurde. Naja...

Aber wenden wir uns lieber den inneren Werten zu. Hier spielt der Octavia Combi alle Trümpfe aus. In der Ausstattung "Ambiente" bietet er serienmäßig unter anderem:
- 4 Airbags
- ABS
- Leichtmetallfelgen mit 195/15er Reifen
- Anti-Schlupf-Regelung (abschaltbar)
- verstellbares Lenkrad
- elektrisch verstellbare beheizbare Außenspiegel
- höhenverstellbarer Fahrer- und Beifahrersitz mit Lendenwirbelstütze
- beheizbare Vordersitze
- geteilt umklappbare (2/3 // 1/3) Rücksitzbank
- Gepäckraumrollo
- Colorverglasung
- Elektrische Fensterheber vorn und hinten
- Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung
- zusätzliches Staufach im Kofferraum
- Klimaanlage

Ich habe noch dazugeordert:

- Tempomat
- Dachreling
- Klimaautomatik

Zur Motorisierung: ich habe mich bewusst für den 1.9 TDI mit 66 kW/90 PS entschieden. Der "Ur-TDI", der seit etwa 1993/94 auch in VW Golf/Vento, Audi A4 usw. eingebaut wird, ist immer noch erste Wahl. Nach dem Kaltstart läuft er noch etwas rauh und mit deutlichem Dieselgeräusch, aber das gibt sich nach wenigen Kilometern Fahrt. Dann zeigt sich der Motor als echtes Allround-Talent: mit ihm kann man im 4. oder 5.Gang im Stadtverkehr ohne Ruckeln mitschwimmen und ohne Runterschalten auf Landstraßengeschwindigkeit hochziehen. Auch stundenlange Autobahnfahrten verkraften Motor und Insassen ohne bleibende Schäden, und wenn mal etwas temperamentvoller beschleunigt werden muß, kann man im Rückspiegel den immer kleiner werdenden Hintermann bestaunen, der oft in größeren Klassen als der Octavia spielt und trotzdem weniger agil ist.

Das Beste ist dabei natürlich die Sparsamkeit des TDI-Motors: wenn man den Turbolader (bei geöffneten Fenster deutlich am leisen Pfeifen zu erkennen) nicht zu oft zum Einsatz bringt, bleibt man selbst bei langen Autobahnfahrten und Geschwindigkeiten jenseits der 150 km/h noch unter 6 l/100 km. Ich habe in einem halben Jahr etwa 12.500 km zurückgelegt, davon etwa 30% auf Autobahnen, 50% auf Landstraßen und die restlichen 20% auf Kurzstrecken und im Stadtverkehr und habe einen Gesamt-Durchschnittsverbrauch von 5,8 l / 100 km errechnet.

Etwa die Hälfte der Strecke wurde mit Biodiesel gefahren, was sich aber weder in höherem Verbrauch noch in geringerer Leistung noch in irgendwelchen technischen Problemen, wie derzeit durch die Presse (ADAC-Mitgliederzeitschrift) geistert, bemerkbar macht, sondern einzig und allein in der Geldbörse, wo je getanktem Liter etwa 0,15 bis 0,20 DM gegenüber "normalem" Diesel übrigbleiben.

Als Alternative gibt es bei den Dieselmotoren noch den 81 kW/ 110 PS-Motor sowie relativ neu den 74 kW/ 100 PS -Pumpe-Düse-Diesel. Ich habe Autos mit diesen Motoren gefahren und mich - wie oben erwähnt - bewusst für den 90 PS-Motor entschieden. Der 110er läuft zwar etwas geschmeidiger, beschleunigt einwenig besser und bringt eine (geringfügig) höhere Endgeschwindigkeit, was aber m.E. den höheren Preis von über 2000 DM mehr nicht rechtfertigt.
Ein echtes Sahnestück ist allerdings der Pumpe-Düse-Motor: Drehmoment noch und nöcher, und das aus tiefstem Drehzahlkeller bis hoch in (für Diesel extreme) Bereiche von 5000 U/min, und dabei fast genauso sparsam wie der 90er. Dieser Motor kostet allerdings noch mehr und war zum Zeitpunkt des Kaufes meines Octavia nur in der 4x4-Allradvariante zu haben.

Zur Verarbeitung gibt es ebenfalls nur positives zu berichten: die eingesetzten Material wirken hochwertig, nichts klappert, die Türen + Heckklappe schließen mit einem satten Geräusch und haben sehr niedrige Spaltmaße. Alles auf hohem Qualitätsniveau, was sich auf der konzerninternen Skala kurz unter Audi, aber noch über VW (!) bewegen soll.
Weitere Werte: Wartungsintervall alle 50.000 km, 10 Jahre Garantie gegen Durchrostung (vollverzinkte Karoserie), 6 Jahre Garantie auf den Lack, bei Einhaltung der vorgeschriebenen Inspektionen lebenslange europaweite Mobilitätsgarantie.

Zwei Dinge (zugegeben, Kleinigkeiten...) habe ich allerdings zu bemängeln: seit einiger Zeit macht auch SKODA den Unsinn mit und rüstet seine Fahrzeug mit einem rechten Seitenspiegel aus, der nur etwa 60% so groß wie der linke ist. Welche vernünftigen Gründe es dafür gibt, konnte mir bisher niemand glaubhaft rüberbringen: das ist von verringertem Luftwiderstand bis hinzu "gewolltem Designelement" die Rede. Naja, vielleicht gibt's sich das ja bald wieder... Eine weitere Stelle zum Meckern fand ich bei der serienmäßigen "Radiovorbereitung". Da ich das Auto ohne Radioanlage ab Werk bestellt hatte (viel zu teure Geräte, dabei total miese Qualität, angefangen bei Klangeigenschaften bis zur Empfangsempfindlichkeit des FM-Tuners der eingesetzten GRUNDIG-Geräte), ging ich zu meinem örtlichen Car-HiFi-Händler und kaufte ein MEH-5100R von Pioneer. Das ist ein RDS-Radio mit Minidisk-Player uns Steuerung für CD-Wechsler. Mechanisch passte alles, auch elektrisch waren alle Anschlüsse für die 8 Lautsprecher und die Versorgungs- und Steuerleitungen in ISO-Norm vorhanden, aber leider brachte der Tuner nur den Ortssender in brauchbarer Qualität. Das Problem: SKODA verwendet seit einiger Zeit - wie VW/Audi übrigens auch- zur Spannungsversorgung des im Fuß der Antenne eingebauten Verstärkers die sogenannte "Phantomspeisung", wo über das Antennenkabel wie beim SAT-LNB die Spannungsversorgung des Verstärkers erfolgt.
Die Lösung: Einbau einer zusätzlichen Weiche, die aber nicht im HiFi-Fachhandel, sondern nur über die SKODA/VW/Audi-Werkstätten vertrieben wird und dort samt Einbau 70 DM kostet. Abzocke... Aber diese Dinge konnten mir bisher nicht den Spaß am Octavia Combi verderben, da das Positive bei weitem überwiegt.

Alles in allem möchte ich den Octavia Combi als durch und durch vernünftiges Familienauto mit vielen Komfortmerkmalen bezeichnen. Für etwa 39.000 DM bekommt man ein erwachsenes, praktisches und doch schickes Auto ohne Macken, für dass man bei gleicher Technik und Ausstattung, aber anderer Markenbezeichnung locker 5-8 TDM mehr loswerden kann.
 
 

Mit meiner "SKODA-Leidenschaft" stehe ich in unserer Familie nicht allein, wie das folgende Foto zeigt.


 

Im Besitz der abgebildeten Personen befinden bzw. befanden sich (Stand: September 2002)

- 2 Stück S-100
- 1 Stück S-105L
- 2 Stück Skoda Favorit
- 5 Stück Skoda Felicia
- 4 Stück Skoda Octavia
- 1 Stück Skoda Fabia
 

Das ist schon fast eine rekordverdächtige Anzahl. Ich habe dies auch schon mal an die Kundenzeitschrift von SKODA Deutschland "ExtraTour" gesendet, aber es war den Damen und Herren leider keine Veröffentlichung wert. Schade !

Die komplette Bildergalerie finden Sie hier (Vorsicht: GROSS !!!)
Da das obige Foto mittlerweile schon wieder von der Wirklichkeit überholt ist (der rote Octavia ist jetzt einer in silber-metallic, meine weisse Octavia-Limousine wurde gegen den oben abgebildeten Combi "getauscht" und der silberne Felicia in der Mitte ist jetzt ein blauer Fabia), war es höchste Zeit, wieder einmal ein paar aktuelle Bilder zu machen.

Und hier sind sie (aufgenommen am 28.09.2002):


 

Und auch von diesen Bilder kann man sich die komplette Bildergalerie hier ansehen (Vorsicht: auch sehr GROSS!)
 

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Optimiert für 800 x 600 / Letzte Änderung: 29.09.2002